Sprachlich und wirtschafts-wissenschaftlich

Schüleraustausch USA 2025

Schüleraustausch mit der East Lansing High School, Michigan (USA)

New York

Nach einem entspannten Flug kamen wir gegen 14.00 Uhr Ortszeit am JFK-Airport in New York an. Von dort aus ging es direkt weiter nach New Jersey, wo wir unsere Hotelzimmer im Hotel Ramada Jersey City bezogen. Um den ersten Abend noch möglichst gut zu nutzen, machten wir anschließend sofort wieder auf den Weg nach Manhattan. Mit dem PATH-Train fuhren wir Richtung One World Trade Center. Während unseres gesamten Aufenthalts in New York hatten wir großes Glück mit dem Wetter. So konnten wir gleich am ersten Abend von der Brooklyn Bridge aus einen beeindruckenden Sonnenuntergang über der Skyline Manhattans erleben. Besonders bei Einbruch der Dunkelheit entsteht hier eine einzigartige Atmosphäre: Die leuchtenden Wolkenkratzer, das geschäftige Treiben der Stadt und die Sirenen der Polizeiwagen vermittelten vielen von uns das Gefühl, mitten in einer amerikanischen Fernsehserie zu stehen. Den Abschluss des ersten Tages bildete ein gemeinsames Abendessen in Chinatown, wo wir im Dim Sum Palace die ersten kulinarischen Eindrücke der Reise sammeln konnten.

Am nächsten Morgen starteten wir früh in den Tag. Zunächst ging es hoch hinauf auf die Aussichtsplattform des One World Trade Centers. Bei klarem Wetter bot sich uns ein beeindruckender Blick über ganz New York – von Staten Island im Süden, Brooklyn im Osten über New Jersey im Westen bis nach Harlem im Norden. Nachdenklich wurde die Stimmung anschließend am 9/11-Memorial, wo wir vor den Footprints der ehemaligen Twin Towers standen. Dann ging es für uns weiter in Richtung Staten Island Ferry. Auf dem Weg dorthin kamen wir noch an der bekannten Skulptur „The Sphere“ des Würzburger Bildhauers Fritz Koenig vorbei, die früher zwischen den Twin Towers stand und heute als Mahnmal an die Ereignisse des 11. September 2001 erinnert. Anschließend fuhren wir mit der typisch orangefarbenen Staten Island Ferry vorbei an der Statue of Liberty nach Staten Island, einem der fünf Stadtbezirke New Yorks. Dort durfte ein gemeinsames Mittagessen bei Shake Shack natürlich nicht fehlen, bevor es nach einer kleinen Shoppingtour wieder zurück nach Manhattan ging. Den Nachmittag verbrachten wir mit einem Spaziergang entlang des Hudson Rivers bis nach Chelsea. Dort betraten wir die berühmte High Line – eine ehemalige, etwa 20 Meter über den Straßen verlaufende Eisenbahnstrecke, die zu einer modernen Park- und Spazieranlage umgestaltet wurde. Vorbei an eindrucksvoller Street Art, moderner Architektur und zahlreichen Aussichtspunkten führte unser Weg bis zum Vessel, einem der bekanntesten neuen Wahrzeichen Manhattans im modernen Stadtviertel Hudson Yards. Nach den vielen gelaufenen Kilometern war die Freude über das Abendessen entsprechend groß, sodass wir den Tag bei Los Tacos No. 1 ausklingen ließen. Bevor es spät am Abend schließlich zurück zu unserem Hotel nach New Jersey ging, konnten wir noch einen kurzen Blick auf den berühmten Madison Square Garden werfen.

Unseren dritten Tag im Big Apple begannen wir an einem der wohl bekanntesten Gebäude New Yorks: dem Flatiron Building. Von dort aus führte unser Weg vorbei am Empire State Building, das lange Zeit als höchstes Gebäude der Welt galt, zur berühmten New York Public Library. Eine kleine Stärkung gab es anschließend im Bryant Park, einer grünen Oase mitten zwischen den Hochhäusern Manhattans. Kleiner Tipp: Wer einmal in New York ist, sollte unbedingt einen Flat White probieren. Danach ging es weiter zur Grand Central Station. Auf dem Weg dorthin konnten wir außerdem einen Blick auf das Chrysler Building werfen, eines der berühmtesten Hochhäuser der Stadt und ein Wahrzeichen des Art-déco-Stils. Nach dem Mittagessen hatten wir ca. zwei Stunden Freizeit auf der berühmten 5th Avenue. Danach führte uns der Weg in das grüne Herz New Yorks – den Central Park. Zwischen Straßenmusikern, Sportlern, Joggern, Radfahrern und zahlreichen Tieren gab es dort viel zu entdecken. Als wir den Park zur Dämmerung schließlich verließen, gingen wir noch zum Times Square. Die riesigen Leuchtreklamen, die Menschenmengen und die besondere Atmosphäre waren überwältigend. Zusätzlich fand an diesem Abend noch ein großes mexikanisches Straßenfest im Rahmen des „Hispanic Heritage Month“ statt, wodurch der Times Square noch lebendiger wirkte als ohnehin schon.

Zum Abendessen entschieden sich viele von uns für Raising Cane’s oder Chipotle. Nach den vielen gelaufenen Kilometern waren am Ende des Tages zwar alle ziemlich erschöpft, doch die Eindrücke und Erlebnisse machten den anstrengenden Tag mehr als lohnenswert.

Und schon war unser letzter Tag in New York gekommen. Den Morgen verbrachten wir im Deutschen Generalkonsulat, wo wir spannende Einblicke in die deutsch-amerikanischen Beziehungen erhielten. Besonders interessant war das Gespräch mit Konsulin Luisa Hollenbach, Leiterin der Presseabteilung, die uns von ihrem Arbeitsalltag sowie den vielfältigen Aufgaben eines Generalkonsulats berichtete. Der Besuch bot uns die Möglichkeit, internationale Politik und diplomatische Arbeit einmal aus nächster Nähe kennenzulernen.

Anschließend ging es mit der Subway weiter nach Coney Island, dem legendären Küstenstadtteil im Süden Brooklyns. Trotz des eher kühlen und windigen Wetters, das eher an die Ostsee erinnerte, hatten wir dort viel Spaß. Beim Spaziergang entlang des 4,8 km langen Sandstrandes entdeckten wir unter anderem eine Flaschenpost mit chinesischer Schrift sowie einen angespülten Kürbis – Begegnungen, die für einige lustige Erinnerungen sorgten.

Unseren letzten Abend im Big Apple verbrachten wir schließlich in Koreatown in Manhattan. Dort ließen wir die vergangenen Tage bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen und probierten zum Abschluss unseres Aufenthalts traditionelle Ramen. Danach ging es zurück nach New Jersey, wo bereits das Kofferpacken für die nächste Etappe unserer Reise anstand: die Weiterfahrt zu den Niagara-Fällen in Kanada.

Niagara Falls, Canada

Nach den erlebnisreichen Tagen in New York ging es für uns am Samstag mit dem Flugzeug weiter nach Buffalo. Von dort aus fuhren wir mit dem Bus über die Grenze nach Kanada zu den weltberühmten Niagarafällen. Unser Ziel war die Stadt Niagara Falls auf kanadischer Seite, die mit ihren zahlreichen Attraktionen, Leuchtreklamen, Achterbahnen und Restaurants fast an einen großen Freizeitpark erinnerte.

Ein besonderes Highlight erwartete uns bereits am ersten Abend. Vor der beeindruckenden Kulisse der beleuchteten Wasserfälle konnten wir ein spektakuläres Feuerwerk erleben. Die bunten Lichter, die sich im aufsteigenden Wassernebel spiegelten, sorgten für eine einzigartige Atmosphäre und einen unvergesslichen Abschluss des Tages.

Am nächsten Morgen stand dann einer der Höhepunkte der gesamten Reise auf dem Programm. Mit einem Boot fuhren wir direkt an die Niagarafälle heran. Trotz der bereitgestellten Regenponchos wurden wir durch die enorme Gischt innerhalb weniger Minuten komplett nass. Die gewaltigen Wassermassen, das laute Donnern der Fälle und die Kraft des Wassers waren jedoch so beeindruckend, dass sich die Bootsfahrt für alle absolut gelohnt hat.

Anschließend konnten wir die Wasserfälle noch aus einer anderen Perspektive erleben. Durch Tunnel und Plattformen gelangten wir bei der Journey behind the Falls hinter die Fälle und konnten die herabstürzenden Wassermassen aus nächster Nähe bestaunen. Besonders die Kombination aus der Lautstärke, dem Nebel und der Kraft des Wassers machte diesen Moment zu einem außergewöhnlichen Erlebnis. Bevor wir unsere Reise in Richtung East Lansing fortsetzten, machten wir noch einige Zwischenstopps entlang des Niagara Rivers. Der erste Stopp war der Maple Leaf Place, wo wir im Restaurant Big Hungry Moose zu Mittag aßen und anschließend verschiedene kanadische Ahornsirup-Sorten probieren konnten. Weitere Stationen waren das Whirlpool Aero Car, eine historischen Seilbahn, die hoch über dem Fluss und dem berühmten Niagara Whirlpool, einem beeindruckenden türkisfarbenen Strudel, verläuft und der Aussichtspunkt auf die Niagara Falls Power Generating Plants, an dem wir interessante Einblicke in die Nutzung der Wasserkraft zur Energiegewinnung erhielten. Zum Abschluss der Tour besuchten wir noch die berühmte Floral Clock, eine kunstvoll gestaltete Blumenuhr, die zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Region zählt.

East Lansing

Am Freitagnachmittag machten wir uns dann mit dem Reisebus auf den Weg zu unseren Gastfamilien nach East Lansing in Michigan, wo wir gegen 22.00 Uhr ankamen. Da das letzte Treffen mit unseren amerikanischen Austauschpartnerinnen und Austauschpartnern bereits einige Monate zurücklag und während ihres Besuchs im Juli in Würzburg stattgefunden hatte, war die Wiedersehensfreude auf beiden Seiten sehr groß.

Das Wochenende bot zunächst die Gelegenheit, die Gastfamilien und den amerikanischen Alltag besser kennenzulernen. Viele von uns unternahmen gemeinsame Ausflüge, gingen essen oder verbrachten Zeit mit ihren Gastgeschwistern und deren Freunden. Am Samstagabend stand mit dem Homecoming Ball eines der bekanntesten Ereignisse des amerikanischen Schullebens auf dem Programm. Für viele war es besonders spannend, einen solchen Abend einmal selbst mitzuerleben, den man sonst vor allem aus amerikanischen Filmen und Serien kennt.  Auch der Sonntag stand ganz im Zeichen des Austauschs mit den Gastfamilien. Am Abend trafen sich alle deutschen und amerikanischen Schülerinnen und Schüler zur gemeinsamen Welcome Party. Dort wurde zusammen gegessen, gespielt und viel gelacht. Besonders beliebt waren die Pickleball-Felder im Park, die von vielen sofort ausprobiert wurden.

In den folgenden Tagen erwartete uns dann ein abwechslungsreiches Programm. Neben einer geführten Tour durch Downtown Lansing erhielten wir auch spannende Einblicke in die Geschichte und Politik des Bundesstaates Michigan. So besuchten wir unter anderem das State Capitol in Lansing, den Regierungssitz des Bundesstaates. Besonders beeindruckend war dabei, dass wir sogar die Gelegenheit hatten, eine Sitzung des Senats live mitzuerleben und einen direkten Einblick in die politische Arbeit vor Ort zu erhalten.

Wir erhielten außerdem auch eine Führung über den beeindruckenden Campus der Michigan State University (MSU) mit ihren imposanten Universitätsgebäuden und weitläufigen Sportanlagen. Darüber hinaus unternahmen wir auch einen Ausflug an den Lake Michigan zu den Silver Lake Sand Dunes und konnten den Bundestaat Michigan dadurch auf vielfältige Weise näher kennenlernen.

Ein weiterer Höhepunkt war der Tagesausflug nach Detroit. Dort erklärte uns der amerikanische Lehrer Bob Filter anschaulich die Entwicklung und den Wandel dieser faszinierenden Stadt – von der Blütezeit der Automobilindustrie über wirtschaftliche Krisen bis hin zur heutigen Erneuerung vieler Stadtviertel. Anschließend besuchten wir noch die Ford-Fabrik in Dearborn und erhielten interessante Einblicke in die industrielle Produktion und die Bedeutung der Automobilindustrie für die Region.

Dank des außergewöhnlich guten Wetters konnten wir auch noch einen Tag am Lake Lansing verbringen. Dort hatten wir die Möglichkeit, Kajak zu fahren, zu schwimmen und sogar zu segeln. Viele nutzten die Gelegenheit, die spätsommerlichen Temperaturen noch einmal richtig zu genießen.

Neben den zahlreichen Ausflügen war vor allem der Besuch der East Lansing High School ein wichtiger Bestandteil des Austauschs. Wir begleiteten unsere Austauschpartnerinnen und Austauschpartner im Unterricht und erhielten spannende Einblicke in den amerikanischen Schulalltag, der sich in vielerlei Hinsicht vom deutschen Schulsystem unterscheidet. Besonders auffällig waren die große Bedeutung des Schulsports, sowie die enge Identifikation vieler Schülerinnen und Schüler mit ihrer Schule. Auch außerhalb des Unterrichts spielte Sport eine große Rolle. An mehreren Abenden besuchten wir Sportveranstaltungen, darunter ein Fußballspiel der Michigan State University sowie ein Auswärtsspiel der Highschool-Footballmannschaft. Die Begeisterung der Zuschauer, die Stimmung auf den Tribünen und die große Bedeutung des Sports im amerikanischen Alltag beeindruckten uns alle sehr.

Nach zwölf erlebnisreichen Tagen in East Lansing hieß es schließlich Abschied nehmen. Der Abschied von den Gastfamilien und den neu gewonnenen Freundschaften fiel vielen schwer. Für uns begann nun der letzte Abschnitt unserer Reise: die Weiterfahrt nach Chicago.

Chicago

Nach der Fahrt mit dem berühmten Amtrak Midwest begrüßte uns Chicago, the Windy City, am Nachmittag mit strahlendem Sonnenschein und einer beeindruckenden Skyline. Schon beim ersten Blick auf den riesigen Lake Michigan und die berühmte Buckingham Fountain war klar: diese Stadt würde ein weiteres Highlight werden.

Richtig mitreißend wurde es dann bereits am 1. Abend beim Eishockey-Spiel im United Center: Chicago Blackhawks gegen Detroit Red Wings – Gänsehaut pur! Die Stimmung im Stadion war einfach elektrisierend – DJ, Fangesänge, Jubel und Spannung pur bis zur letzten Minute – und wir mittendrin!

Bei Traumwetter spazierten wir am nächsten Tag durch den Millennium Park und bestaunten die glänzende Cloud Gate, von allen liebevoll The Bean genannt. Natürlich durfte auch das obligatorische Gruppenfoto vor der spiegelnden Skulptur nicht fehlen! Ein echtes Erlebnis war dann auch Architecture Tour auf dem Chicago River. Vom Wasser aus wirkte die Skyline mit ihren beeindruckenden Hochhäusern und unterschiedlichen Baustilen noch imposanter. Entlang des Chicago Riverwalks konnten wir anschließend das Stadtleben in vollen Zügen genießen.

Am Abend stand dann ein weiterer Höhepunkt auf dem Programm: der Besuch des berühmten Willis Tower. Im 103. Stock angekommen, erwartete uns ein atemberaubender Blick über die Stadt, zunächst im warmen Licht des Sonnenuntergangs und wenig später im funkelnden Lichtermeer der Nacht – ein Moment, den wohl niemand von uns je vergessen wird.

Natürlich durfte auch das kulinarische Erlebnis nicht fehlen: Eine echte Chicago-Style Deep Dish Pizza bei Giordano’s. Dick, käsig und unglaublich lecker – ein echter Gaumenschmaus.

An unserem letzten Tag spazierten wir zur Navy Pier und nutzten im Anschluss die Gelegenheit, bei bestem Wetter im Lake Michigan zu schwimmen. Nach einigen Stunden Freizeit oder Shopping ließen wir den letzten Abend im Kino mit bequemen Ledersesseln und Popcorn typisch amerikanisch ausklingen.

Der krönende Abschied unserer USA-Reise: Sonnenaufgang über dem Lake Michigan am nächsten Morgen – ein unvergesslicher Moment, der die gesamte Reise perfekt abrundete.

So ging es dann nach drei Wochen mit wertvollen Erfahrungen und bleibenden Erinnerungen wieder zurück nach Deutschland. Gerne blicken wir zurück auf diese wundervolle Reise, die uns gemeinsame Momente voller Lachen und Freude sowie besondere Erlebnisse geschenkt hat.

Im Namen der ganzen Gruppe ein riesengroßes Dankeschön an Herrn Schneider und Frau Boegel, die diesen wunderbaren Austausch mit Herzblut, Zeit und Mühen möglich gemacht und uns mit viel Geduld, Organisation und guter Laune begleitet haben. Wir wissen das sehr zu schätzen – es war einfach einmalig!

Charlotte Borchers, Eva Sax, Leon Holl und Sara Mellin