Sprachlich und wirtschafts-wissenschaftlich

Studientage der politischen Bildung

Studientage der politischen Bildung in Berlin im Rahmen der Seminarausbildung

Von Sonntag bis Mittwoch (19.7.-22.7.2026) unternahmen wir, das Studienseminar 2024/26 des Siebold-Gymnasiums Würzburg, gemeinsam mit dem Studienseminar 2026/28 des Friedrich-Dessauer-Gymnasiums Aschaffenburg eine Studienfahrt nach Berlin. Im Rahmen des Seminars „Grundfragen staatsbürgerlicher Bildung“ standen Besuche politischer Institutionen sowie Vorträge und Diskussionen zu aktuellen gesellschaftlichen und sicherheitspolitischen Themen auf dem Programm.

Der erste Tag in Berlin begann mit einer kurzfristigen Programmänderung: Der geplante Besuch im Bundesministerium der Verteidigung musste leider entfallen. Nach einer kurzen Enttäuschung wurde jedoch schnell eine lohnenswerte Alternative gefunden: In der Dokumentations- und Gedenkstätte „Topographie des Terrors“, die sich auf dem Gelände der ehemaligen Zentralen von Gestapo und SS befindet, regte eine eindrucksvolle Ausstellung mit kostenlos zugänglichen Audioguides zur Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit an.

Am Nachmittag besuchten wir die Organisation „Reporter ohne Grenzen“. In einem Vortrag informierten die Reporter Sören Kittel und Maren Pfalzgraf über die aktuelle Situation der Pressefreiheit in Deutschland und auf der Welt. Im Mittelpunkt standen Herausforderungen für den Journalismus durch gesellschaftliche Polarisierung, Desinformation und zunehmende Angriffe auf Medienschaffende. Die anschließende Fragerunde bot Gelegenheit, diese oder ähnliche Themen zu vertiefen.

Der zweite Tag führte uns zunächst in das Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages. Dort diskutierten wir mit den Bundestagsabgeordneten Thomas Erndl (CDU/CSU) und Niklas Wagener (Bündnis 90/Die Grünen) über aktuelle sicherheits- und verteidigungspolitische Fragen. Themen wie der „neue“ Wehrdienst oder die Einführung eines verpflichtenden Gesellschaftsjahres sowie die Arbeitsweise von Regierung und Opposition im Verteidigungsausschuss wurden diskutiert. Im Anschluss gab es die Gelegenheit, das Medienzentrum der „Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)“ zu besuchen und sich mit didaktisch aufbereiteten Lehr- und Informationsmaterialien auszustatten. Am Nachmittag referierte in den Räumen der bpb PD Thomas Greven über die Auswirkungen von Rechtspopulismus und -extremismus auf die deutsche Gesellschaft.

Auch die kulturelle Erkundung Berlins kam nicht zu kurz. In der freien Zeit besuchten wir Sehenswürdigkeiten und Museen oder ließen den Tag in einem der zahlreichen Cafés und Restaurants ausklingen.

Auf der Rückreise legten wir einen letzten Halt beim „Wald der Erinnerung“ ein – der Gedenkstätte für die im Auslandseinsatz verstorbenen Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr. Die bewegenden Einblicke in die persönlichen Schicksale der Verstorbenen sowie die Ehrenhaine aus den verschiedenen Einsatzgebieten hinterließen einen bleibenden Eindruck.

Wir bedanken uns herzlich bei der Bundeswehr, allen voran Jugendoffizier Laurin Sachße für den Transport, die Organisation der abwechslungsreichen Programmpunkte und die interessanten Einblicke in die sicherheitspolitische Arbeit. Ein besonderer Dank gilt außerdem unserem Seminarlehrer Christian Gräb, der die Studienfahrt organisiert und begleitet hat und damit zu einem gelungenen und bereichernden Abschluss unserer gemeinsamen Seminarzeit beigetragen hat.

Lara Sitzmann für das Studienseminar 2024/26