Oskar-Laredo-Platz

Würzburger Platz nach dem ehemaligen Siebold-Schüler Oskar Laredo benannt.

Der Würzburger Stadtrat hat den Platz vor dem Kulturspeicher nach dem Würzburger Kunstförderer Oskar Laredo benannt. Laredo besaß auf Würzburgs vornehmster Einkaufsmeile, der Kaiserstraße, ein Kaufhaus für “Luxus- und Galanteriewaren”. In seiner Galerie, dem “Neuen Graphischen Kabinett”, stellte er Werke von Chagall, Nolde, Kokoschka und anderen aus. Er war selbst Absolvent des Realgymnasiums und schickte auch seine Söhne Josef und Walter in das liebevoll so genannte Realpennal, das heutige Siebold-Gymnasium.

Ein Photo zeigt die Klasse 4a (heute achte Klasse) im Schuljahr 1924/25 (Foto: Fritz Lindner- Archiv Dr. Roland Flade). Zu sehen sind Walter Laredo (1 Reihe, der Dritte von links) sowie weitere jüdische Schüler, unter ihnen der Komponist Norbert Glanzberg (rechts vor der Regenrinne stehend ).

Über Leben und Werk des ehemaligen Siebold-Schülers berichtet der Oberbürgermeister in seiner Ansprache aus Anlass der Eröffnung des „Oskar-Laredo-Platzes“ am 6. Oktober 2010

In seiner Rede erinnerte der Oberbürgermeister daran, dass das heutige Siebold-Gymnasium die bevorzugte Schule der jüdischen Bürger war. Georg Rosenthal würdigte auch den “großartigen und eindrucksvollen Beitrag”, den die Siebold-Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Stolperstein-Verlegung und Gedenkveranstaltung für die jüdischen Schüler (30. September 2009) geleistet haben.

Im Schularchiv erhalten ist das Verzeichnis der VI. Klasse (heute 10. Klasse). Außer Oskar Laredo saßen weitere sechs jüdische Schüler in der Klasse.

Das Gedenkbuch des Siebold-Gymnasiums für die im Ersten Weltkrieg gefallenen und von den Nationalsozialisten ermordeten jüdischen Schüler verzeichnet aus dem Kreis der Klassenkameraden Oskar Laredos folgende Namen:

Hugo Hausmann, gefallen am 10. September 1914

Felix Neuberger, 1941 nach Lodz deportiert und ermordet

Berthold Schäfer, 1942 nach Riga deportiert und ermordet

Joseph Wortsmann, 1941 nach Riga deportiert und ermordet

Oskars Mitschüler Alfred Joseph emigrierte nach London, sein Sohn Fred Joseph, auch er ein Realgymnasiast, wurde in Auschwitz ermordet. Joseph Berliner ist 1918 gestorben, von Bertold Lehmann liegt keine Nachricht vor.