Projekt “Siebold und Flüchtlinge”

Freundschaften und Kontakte knüpfen mit völlig fremden Menschen. Andere Kulturen und Sprachen kennenlernen.
Das hörte sich für die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen des Siebold-Gymnasiums Würzburg zunächst nicht gerade einfach an, als ihnen vor einigen Wochen das Projekt „Siebold und Flüchtlinge“ vorgestellt wurde. Es sollten in den folgenden Wochen und Monaten verschiedene Aktionen gemeinsam mit in Würzburg lebenden Flüchtlingen im Alter von 16-19 Jahren durchgeführt werden.
Die Zehntklässler wurden von den Initiatoren Judith Aßländer, Kerstin Portula und Marcel Largé, Gründer des Vereins “Da sind wir! e.V.” (in Gründung), dazu eingeladen, an den Treffen teilzunehmen; freiwillig, ohne schulischen Zwang. Zur Überraschung aller meldeten sich 40 motivierte Schülerinnen und Schüler, weitaus mehr als anfangs erwartet. Ziel des Projekts ist das gegenseitige Kennenlernen von Jugendlichen aus Afghanistan, Deutschland, Eritrea, Somalia, Syrien und welche Nationen auch immer noch dazu kommen. Dass man dabei jede Menge lernen und erleben kann, wird allen Beteiligten schnell klar.

Start war eine Stadtralley, bei der die Teenager in bunt gemischten Gruppen die „versteckten Orte Würzburgs“ entdecken sollten. Die anfangs auf beiden Seiten vorhandenen Berührungsängste gerieten schnell in Vergessenheit; man verständigte sich in den verschiedensten Sprachen, notfalls mit Händen und Füßen. Am Anfang des Treffens sprach man vorwiegend nur mit seinen eigenen Bekannten, später jedoch standen alle Teilnehmer in einer bunt gemischten Schar beieinander. Der erste Schritt in Richtung Freundschaft war getan.
Eine Woche später trafen sich die Jugendlichen zum gemeinsamen Kochen in den Quartieren der neuen Freunde bzw. privat in den Häusern der deutschen Schüler. Gekocht wurde sowohl typisch deutsch als auch traditionell eritreisch und afghanisch. Der Hinweis, dass Senf durchaus scharf sein kann, führte bei den Gästen zu allgemeinem Gelächter, ließ doch die afrikanische „Rote Soße“ den Deutschen die Tränen in die Augen schießen.
Alle beteiligten Jugendlichen stellten fest, wie einfach es ist, über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg Freundschaften zu schließen. Teenager ticken letztendlich doch überall gleich, haben dieselben Wünsche und Träume für die Zukunft. So verabschiedet man sich tanzend und singend und freut sich auf das nächste Mal; etwa beim Besuch des Africa Festivals, beim gemeinsamen Bowlen oder beim Minigolf spielen.

Mirjam Dietrich, 10d